In Deutschland leben ueber 6 Millionen Menschen ab 65 allein. Viele stehen unter der Obhut kommunaler Sozialeinrichtungen — doch "Betreuung" bedeutet oft einen Anruf pro Woche und einen Hausbesuch pro Monat. Fuer eine Sozialarbeiterin mit 80 Faellen ist mehr schlicht nicht leistbar.

Das Problem: zu viele Senioren, zu wenig Personal

Ein typischer Sozialdienst in einer mittelgrossen Kommune betreut Dutzende bis Hunderte unterstuetzungsbeduerftige Senioren. Auf eine Fachkraft kommen 50-100 Faelle. Das Ergebnis?

  • Kontrollanrufe — einmal woechentlich, 5-10 Minuten. Der Senior sagt "mir geht es gut", auch wenn das nicht stimmt.
  • Hausbesuche — einmal im Monat, wenn die Zeit reicht. Die Fachkraft sieht eine Momentaufnahme, kein Muster.
  • Keine Daten zwischen den Kontakten — wenn ein Senior nicht mehr ans Telefon geht, faellt das erst nach Tagen auf.

Das ist kein Versagen der Mitarbeiter. Es ist ein systemisches Skalierungsproblem — und Technologie kann es loesen, ohne zusaetzliche Stellen zu schaffen.

Wie Aktivitaetsmonitoring in der Praxis funktioniert

Eine App auf dem Smartphone des Seniors (oder einem von der Kommune gestellten Geraet) erfasst taegliche Aktivitaetsdaten — ohne Zutun des Seniors. Nach einmaliger Einrichtung laeuft das Telefon selbststaendig.

Was die Sozialarbeiterin im Dashboard sieht:

  • Telefonnutzung — Bildschirmentsperrungen, Anrufe, Nachrichten
  • Mobilitaet — ob der Senior das Haus verlaesst (Aufenthaltszonen, kein GPS-Tracking)
  • Soziale Kontakte — Haeufigkeit der Telefongespraeche
  • Wohlbefinden — eine einfache taegliche Abfrage mit grossen Buttons

Weicht die Aktivitaet von der Norm ab — z.B. seit 2 Tagen kein Bildschirm entsperrt — sendet das System automatisch eine Benachrichtigung an die zustaendige Fachkraft.

Kostenvergleich: Personalstelle vs. App

Konkrete Zahlen fuer eine Kommune mit 50 alleinlebenden Senioren:

Zusaetzliche Fachkraft Mobile App
Monatliche Kosten ca. 4.500 EUR (Arbeitgeberbrutto) 7-12 EUR/Senior = 350-600 EUR
Abdeckung 8h/Tag, 5 Tage/Woche 24/7, automatisch
Datenqualitaet Subjektiv (Gespraech) Objektiv (Aktivitaetsmuster)
Skalierbarkeit Linear — mehr Senioren = mehr Stellen Ein Dashboard fuer 50-500 Senioren
Reaktionszeit Stunden bis Tage Minuten (automatische Alerts)

Die App ersetzt nicht die Fachkraft. Sie bedeutet, dass Sozialarbeiter ihre Zeit dort einsetzen, wo sie wirklich gebraucht wird — statt Routineanrufe zu fuehren, die nichts Neues ergeben.

Was sagt der Datenschutz?

Aktivitaetsmonitoring bei Senioren erfordert eine belastbare Rechtsgrundlage. Fuer oeffentliche Stellen:

  • Rechtsgrundlage: Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO) oder oeffentliches Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. e)
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): zwischen Kommune und App-Anbieter (Art. 28 DSGVO)
  • Datenminimierung: nur Aktivitaetsmuster — keine Anrufaufzeichnung, kein Mitlesen von Nachrichten
  • Widerrufsrecht: der Senior kann jederzeit aussteigen

Lovivo stellt ein komplettes DSGVO-Dokumentationspaket fuer Einrichtungen bereit — AVV, Datenschutzhinweis und Einwilligungsformulare, fertig zur Pruefung durch Ihren DSB.

Pilotprojekt in 4 Wochen starten

Sie muessen nicht sofort alle Betreuten einbeziehen. Ein bewaehrter Weg:

  1. 10-15 Senioren auswaehlen — idealerweise solche, die bereits ein Smartphone besitzen oder offen fuer ein einfaches Geraet sind
  2. App installieren — einmalige Einrichtung in 5-10 Minuten pro Geraet
  3. 1-2 Fachkraefte einweisen — das Dashboard ist intuitiv; die Schulung dauert etwa eine Stunde
  4. 3 Monate begleiten — Daten zu Reaktionszeiten, Interventionen und Rueckmeldungen der Senioren erheben
  5. Ergebnisse auswerten — Vergleich mit dem bisherigen Modell (Anrufe + Besuche)

Kommunen, die aehnliche Ansaetze erprobt haben, berichten von einer Verkuerzung der Krisenreaktionszeit von Tagen auf Stunden — und Sozialarbeiter koennen sich auf die Faelle konzentrieren, die tatsaechlich menschliche Aufmerksamkeit brauchen.


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